Im Museum
für Naturkunde

„Wir schreiten nicht fort von der Natur, wie schreiten in sie hinein. Der Fortschritt ist ein Hineinschritt. Je mehr Stoffe wir umsetzen, desto stärker geraten wir in die Natur hinein. So tief, dass das menschliche Wesen mit Tieren, Pflanzen, Steinen fusioniert. Natur wird zu einem sozialen Phänomen: nicht nur wie wir sie definieren, sondern was sie ist. Überall wandert der menschliche Geist in die Materie hinein, formt sie um, prägt sie neu, verwandelt ihren Charakter.
In der Frühphase der Naturforschung brachten Gelehrte Objekte aus aller Welt zusammen und versammelten sie in „Wunderkammern“, die Adlige und auch das Volk zum Staunen brachten. Durch den Akt des Sammelns verwandelten sich Objekte der Natur in Objekte der Kultur. Heute ist die gesamte Welt eine Wunderkammer geworden, in der die Trennung zwischen Natur und Kultur obsolet wird. Menschliches Tun durchdringt alle Sphären der Erde, aber wir tun immer noch so, als gäbe es ein großes „Draußen“, in dem diese Veränderungen stattfinden, während unser Leben in einem großen „Drinnen“ stattfindet, in dem auch das Internet residiert. Die mentale Trennung aufrechtzuerhalten wird aber immer schwerer.“
Aus: „Die analoge Revolution“

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Von oben nach unten: Goethit/Westerwald; Pektolith/New Jerey; Rhodochrosit/Colorado; Schwefel/Sizilien; Fluorit/Erzgebirge; Quarz/Peru; Schwefel/Sizilien; Fluorit/Erzgebirge; Malachit/Namibia; Coelestin/Italien; Fluorit/Erzgebirge. Copyright Christian Schwägerl

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