Reise in die „Menschenzeit“

Als Journalist habe ich in Regenwäldern und in Forschungszentren recherchiert, Uranbergwerke und Atommülldeponien besucht, führende Wissenschaftler und Umweltschützer interviewt, an vielen Klimagipfeln seit „COP1“ 1995 in Berlin teilgenommen, die Bundesumweltminister seit Klaus Töpfer und die Bundesforschungsminister seit Jürgen Rüttgers gecovert. In „Menschenzeit“ (2010) ordnete ich Erkenntnisse, Erlebnisse und Gedanken aus 25 Jahren Arbeit und lebenslangem Interesse für Kultur, Technologie und Natur im Licht der gewaltigen Anthropozän-Idee neu. Das Buch hat mich in engen Kontakt mit Paul Crutzen gebracht, dem Chemie/Nobelpreisträger, der den Begriff geprägt hat. Aus „Menschenzeit“ sind das „Anthropozän-Projekt“ am Haus der Kulturen der Welt und die bis 30. September 2016 laufende Sonderausstellung am Deutschen Museum hervorgegangen. 2015 zählte ich zu den Autoren einer wissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel „The Anthropocene Biosphere“. Die Anthropozän-Idee gewinnt weltweit an Aufmerksamkeit, davon zeugen zahlreiche Aktivitäten an Museen, Universitäten und Kulturzentren und auch zunehmend differenzierte Kritik. Viele der Kritikpunkte sind sehr wichtig, um die Idee zu prüfen und auszugestalten – daran beteilige ich mich auch mit neuen Projekten, die gerade in Vorbereitung sind.

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Foto: Kohlebergbau in der Lausitz, 2015

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