1. Masterclass
„Wissenschaftsjournalismus“

Mit der gesamten Medienbranche steckt auch der Wissenschaftsjournalismus im Umbruch. Oft wird aber ausgerechnet in diesem Gebiet, das eigentlich vom Neuen handelt, über Innovationsstau und mangelnde Experimentierfreudigkeit geklagt. Die Robert Bosch Stiftung möchte Wissenschaftsjournalisten dabei unterstützen, Projekte umzusetzen, die den Rahmen des bisher Üblichen verlassen. Der moderne digitale Handwerkskasten mit interaktiven Datenvisualisierungen, multimediale Inhalte sowie neue Erzählformen bieten dafür viele Chancen. Oft fehlen aber praktische Kenntnisse und Erfahrungen im Projektmanagement, um diese Chancen zu nutzen. Das soll die Masterclass „Zukunft des Wissenschaftsjournalismus“ ändern, die ich seit 2014 leite und die 2016 in eine neue Runde geht.
Seit vielen Jahren fördert die Stiftung anspruchsvollen Journalismus über Wissenschaftsthemen. Mit der „Masterclass Zukunft des Wissenschaftsjournalismus“ unterstützt sie gemeinsam mit dem journalistischen Zukunftslabor Reporter-Forum e.V. ausgewählte Wissenschaftsjournalisten bei der Umsetzung ihrer innovativen Ideen. Gerade der Wissenschaftsjournalismus ist bestens dafür geeignet, Experimentierfeld für neue Erzähl- und Präsentationsformen zu sein. Die „Masterclass“ gibt Journalistinnen und Journalisten die Möglichkeit, sich zu Experten für neuartige Umsetzungsformen zu entwickeln. Das stärkt ihre Position in den Redaktionen, und macht ihre unverzichtbare Expertise sichtbar – aber vor allem dient die mediale Vielfalt und handwerkliche Qualität der besseren Information der Leser über Wissenschaft.
Der Auftakt der Masterclass fand auf dem Reporter-Workshop 2014 in Hamburg statt. Hier tauschten sich die Stipendiaten mit rund 300 weiteren Journalisten über die Zukunft des Journalismus aus. Außerdem diskutierten sie mit dem Spiegel-Journalisten und Vorsitzenden des Reporter-Forums e.V. Cordt Schnibben ihre Vorhaben. Auf der größten europäischen interdisziplinären Wissenschaftskonferenz ESOF in Kopenhagen im Juni 2014 arbeiteten dann internationale Referenten wie Andrew de Vigal, früherer Multimedia-Chef der New York Times und der Twitter-Datenjournalist Simon Rogers, in einem intensiven Seminarprogramm mit den Stipendiaten zusammen. Mit vielen Anregungen, neuen Techniken und Kontakten starteten die Stipendiaten anschließend in die Umsetzungsphase. Hier wurden sie von mir begleitet und konnten Ende 2014 den Zwischenstand erneut mit Cordt Schnibben diskutieren. Seit Januar 2015 wurden die Projekte nun in den Redaktionen der Medienpartner produziert und veröffentlicht. Auf dem Reporter-Workshop am 5./6. Juni 2015 in Hamburg haben die Stipendiaten von ihren Erfahrungen berichtet. Am 10. Dezember 2015 erschien auf der Internetseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das letzte Masterclass-Projekt: „Die Symphonien der Natur“ von Andreas von Bubnoff. Hier gibt es eine Präsentation der Stipendiaten, ihrer Ergebnisse und der Masterclass selbst.

Masterclass

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